Aufgaben und Entstehungs­geschichte

Das Europäische Migrationsnetzwerk (EMN) ist ein EU-weites Netzwerk von Nationalen Kontaktpunkten, das Informationen zu Migration und Asyl zur Verfügung stellt.

Das EMN wurde im Jahr 2003 von der Europäischen Kommission im Auftrag des Europäischen Rates eingerichtet, um dem Bedarf eines regelmäßigen Austausches von verlässlichen Informationen im Migrations- und Asylbereich auf europäischer Ebene nachzukommen.

Die Ratsentscheidung 2008/381/EG bildet seit 2008 die Rechtgrundlage des EMN.

Die Europäische Kommission (GD Migration und Inneres) koordiniert das EMN mit der Unterstützung eines Dienstleisters, sowie in Zusammenarbeit mit den Nationalen Kontaktpunkten in den EU-Mitgliedstaaten und Norwegen. Der EMN Lenkungsausschuss gewährt die strategische Unterstützung der Aktivitäten des EMN.

Das Internationale Organisation für Migration (IOM), Landesbüro für Österreich, wurde im Jahr 2003 als Nationaler Kontaktpunkt Österreich vom Bundesministerium für Inneres nominiert.

Aufgaben

Ziel des EMN ist die Deckung des Informationsbedarfs der Gemeinschaftsorgane sowie der Behörden und Einrichtungen der Mitgliedstaaten zur Migrations- und Asylthematik durch Bereitstellung aktueller, objektiver, verlässlicher und vergleichbarer Informationen zu Migration und Asyl. Dadurch sollen politische Entscheidungsprozesse innerhalb der Europäischen Union unterstützt werden und der aktuelle Diskurs zu Migration und Asyl versachlicht werden.

Das EMN deckt diesen Informationsbedarf durch Berichte, Studien, Ad-hoc-Anfragen, sog. EMN Informs, dem EMN Bulletin und das Glossar. Primärforschung stellt eine untergeordnete Methode in der Arbeit des EMN dar; vielmehr liegt der Schwerpunkt des EMN in der Sammlung, Dokumentation und Zurverfügungstellung von Daten und Informationen, die auf nationaler oder EU Ebene vorhanden sind. Das EMN analysiert und stellt diese Informationen zusammen, um Vergleichbarkeit und Harmonisierung auf EU Ebene zu fördern.

Weitere Informationen über das EMN, den Nationalen Kontaktpunkt Österreich sowie andere Nationale Kontaktpunkte erhalten Sie in unserem EMN-Flyer, EMN-Folder sowie im EMN-Leaflet.

Entstehungsgeschichte

Die Europäische Kommission schlug bereits 1994 einen Mechanismus zur Beobachtung von Migrationsbewegungen in der Europäischen Union (EU) vor. Diesem Vorschlag folgte eine Machbarkeitsstudie, die im Jahre 1996 durchgeführt wurde. Im Dezember 2001 ersuchte der Europäische Rat von Laeken die Europäische Kommission, den Aufbau eines Systems zum Austausch von Informationen über Asyl, Migration und Herkunftsländer in Europa zu prüfen, was zur Initiierung des Europäischen Migrationsnetzwerk (EMN) als Pilotprojekt im Jahre 2003 führte.

Auch das Haager Programm (2005–2010) untermauerte den Bedarf des Sammelns, Bereitstellens und Austauschens von aktuellen Informationen und Daten über relevante Entwicklungen im Migrationsbereich. Dementsprechend wurde nach einer Übergangsphase mit der Entscheidung 2008/381/EG des Europäischen Rates vom 14. Mai 2008 die Rechtsgrundlage des heutigen EMN geschaffen, um dem identifizierten Bedarf durch eine permanente Struktur gerecht zu werden. Die Ratsentscheidung verpflichtete alle Mitgliedstaaten (mit Ausnahme von Dänemark), Nationale Kontaktpunkte (NKP) zu errichten. Demnach besteht das EMN aus 28 NKP, die in allen teilnehmenden Mitgliedstaaten sowie Norwegen vertreten sind. Dänemark hat Beobachterstatus.

Der Europäische Pakt zu Einwanderung und Asyl (2008) sowie das Stockholmer Programm (2010–2014) festigten die Notwendigkeit einer Debatte über Migrations- und Asylthemen, welche vor allem durch einen verbesserten Austausch von Informationen zwischen EU-Mitgliedstaaten zu bewerkstelligen sei. Das EMN dient seit damals als ein Instrument, um dieser Notwendigkeit nachzukommen.