Entstehung des EMN
IOM Wien wurde 2002 vom österreichischen Bundesministerium für Inneres zum Nationalen Kontaktpunkt (NKP) Österreich im Europäischen Migrationsnetzwerk (EMN) nominiert. Ziel des europaweiten Migrationsnetzwerks ist es, eine systematische Basis zur Datenerfassung und Analyse von Migration und Asyl in den einzelnen europäischen Ländern zu bilden. Als Nationaler Kontaktpunkt für Österreich soll IOM Wien österreichweit Daten zu Migration und Asyl erfassen, regelmäßig ergänzen und aktualisieren sowie weiterführende Forschung zum Thema beauftragen und gegebenenfalls selbst durchführen. In den letzten zehn Jahren hat IOM Wien eine umfassende Fachkompetenz für Forschung und Analyse entwickelt und ein vielschichtiges Netzwerk von Akteuren, ForscherInnen und Forschungszentren, öffentliche Institutionen und Nicht-Regierungsorganisationen im Migrations- und Asylbereich in Österreich aufgebaut.
Pilotphase des EMN
Dem Beschluss, ein europaweites Netzwerk im Bereich Migration zu schaffen, gingen viele Initiativen und Beschlüsse auf europäischer Ebene voraus. Aufgrund der Notwendigkeit eines regelmäßigen Austauschs von verlässlichen Informationen im Migrations- und Asylbereich beauftragte die Europäische Kommission die Durchführung einer Machbarkeitsstudie, die bereits 1996 veröffentlicht wurde. Der Europäische Rat von Laeken forderte im Dezember 2001 die Kommission schließlich auf, ein System für den Austausch von Informationen über Asyl, Migration sowie die Herkunftsstaaten von MigrantInnen einzurichten. Die Europäische Kommission kam diesem Auftrag mit der Einrichtung eines europaweiten Netzwerks aus Nationalen Kontaktpunkten nach. Die Kommission entschied daraufhin, die Umsetzung vorerst mit einem Netzwerk von Nationalen Kontaktpunkten im Rahmen einer dreijährigen Pilotphase bis Ende 2006 zu starten.
Ratsbeschluss 2008
Nach einer Übergangsphase seit Beginn des Jahres 2007 wurde mit dem Ratsbeschluss vom Mai 2008 (2008/381/EC) die Rechtsgrundlage für das Netzwerk bis 2013 geschaffen. Der Ratsbeschluss verpflichtet alle Mitgliedstaaten einen Kontaktpunkt zu benennen mit Ausnahme von Dänemark, Irland und Großbritannien. Letztere nahmen jedoch bereits in der Pilotphase teil und setzen die Arbeit fort, Dänemark ist Beobachter. Das Netzwerk besteht mittlerweile aus 26 Kontaktpunkten, darunter öffentliche Einrichtungen (z. B. Ministerien), Statistikbehörden, NGOs und im Falle Österreichs, einer internationalen Organisation (IOM), die im Bereich Migration und Asyl tätig sind.









